Unsere konkreten Forderungen

Der Themenbereich „Soziales“ ist breit und umfassend.

Zu einzelnen Lebensbereichen haben wir folgende konkrete Forderungen: 1.


1. Materielle Armut


Nur eine ausreichende materielle Grundlage sichert soziale Teilhabe. Während große Vermögen deutlich wachsen, wächst gleichzeitig Armut weiter. Gravierende Folgen materieller Armut, besonders z.B. bei Kindern, Alleinerziehenden, alten Menschen oder Menschen mit Behinderung dürfen nicht länger hingenommen werden. Dieser Trend, der den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft untergräbt, muss jetzt geändert werden. Bekämpfung von Armut bedeutet auch Umverteilung. Wir halten die Regelsätze der Grundsicherung für zu niedrig, es muss ein höheres Maß an materieller Gleichheit erreicht werden.2.


2. Altersarmut


Im Niedriglohnbereich, bei Brüchen in der Biographie, Krankheiten oder auch bei langen Kindererziehungszeiten ist Altersarmut programmiert. Es darf nicht sein, dass ständig mehr alte Menschen neben der Rente auf Grundsicherung angewiesen sind. Es soll eine armutsfeste Rente geben, was auch eine vernünftige Mindestrente bedeutet. Außerdem müssen weitere Ermäßigungen und ergänzende Leistungen – auch freiwillige kommunale oder sonstige staatliche – in den zentralen Lebensbereichen Wohnen, Essen, Soziale Teilhabe und Mobilität für alte und arme Menschen geschaffen und finanziell gefördert werden. Die Grundsicherung muss tatsächlich existenzsichernd sein. 3.


3. Familien


Weiter zunehmende Kinderarmut ist ein großes soziales Problem. Familien – darunter verstehen wir alle Strukturen und Orte an denen Kinder aufwachsen – müssen unterstützt und oft auch materiell gestärkt werden. Kindergeld oder Elterngeld darf nicht zur Reduzierung der Grundsicherung führen. Gleichzeitig muss die Kinderbetreuung in allen Formen weiter verbessert und ausgebaut werden, um Chancengleichheit gerade für arme oder sozial vernachlässigte Kindern  zu schaffen. 4.


4. Bildungsgerechtigkeit 


Bildung ist der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe. Kinder und Jugendliche müssen vor allem auch individuell gefördert werden  können. Um also den Kindern aller sozialen Schichten wirklich Chancen auf Zugang zu Bildung zu geben, muss deutlich mehr in materielle (Räume, Materialien) und personelle Ressourcen (Stellen, Ausbildung) in Kindergärten, Grundschulen und weiterführende Schulen investiert werden. 5.


5. Arbeiten 


Allen motivierten Menschen, die aus welchen Gründen auch immer und mit welchem Handicap auch immer keinen Platz auf dem Arbeitsmarkt finden, muss eine soziale Teilhabe über eine ansprechend ausgestaltete Arbeit angeboten werden  können. Dies kann über Strukturen und Verpflichtungen allgemeiner Unternehmen geschaffen werden aber auch über einen eigenen sozialen Arbeitsmarkt . Langjährig abgehängte und von Arbeit ausgeschlossene Menschen darf es nicht mehr geben, prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind zu bekämpfen. 6.


6. Wohnen 


Menschen mit niedrigen und sehr niedrigen Einkommen finden insbesondere in den Ballungszentren mit immer weiter steigenden Mieten keine für sie bezahlbaren Wohnungen mehr. Es müssen in großer Menge neue Wohnungen für alle Einkommensgruppen unterhalb des Durchschnitts  geschaffen werden, die dauerhaft für Menschen mit geringem Einkommen gebunden bleiben. 7.


7. Integration und Zuwanderung 


Die Voraussetzungen für die Integration von Menschen, die neu in unsere Gesellschaft kommen, müssen verbessert werden. Dies ist eine Aufgabe aller staatlichen Gliederungen und der Zivilgesellschaft. Dazu gehört die schnelle Klärung des aufenthaltsrechtlichen Status, und die Schaffung entsprechender sicherer Aufenthalte , die dauerhafte Integration und Teilhabe sowie Chancen und Möglichkeiten des sozialen Aufstiegs ermöglichen und fördern. 8.


8. Inklusion für Menschen mit Behinderung 


Die materiellen und sozialen Nachteile einer Behinderung sind so auszugleichen, dass Teilhabe selbstverständlich wird . Dazu gehören ausreichende Hilfenetze, ein verbessertes Bundesteilhabegesetz, ein selbstbestimmtes persönliches Budget ohne und eine weitgehend barrierefreie Umwelt. Ziel ist eine inklusive Gesellschaft , in der Menschen mit Behinderung gemeinsam mit Menschen ohne Behinderung lernen, wohnen, arbeiten und ihre Freizeit leben. Um dieses Ziel umzusetzen müssen die Anliegen von Menschen mit Behinderungen in jedem Lebensbereich selbstverständlich mitgedacht werden. 9.


9. Gesundheit 


Eine für alle Menschen zugängliche gute Gesundheitsversorgung  muss gewährleistet bleiben. Medizinische Versorgung ist eine gesellschaftliche öffentliche Aufgabe und darf nicht vom Status oder finanziellen Mitteln abhängen. Armen Menschen oder auch geflüchteten Menschen muss der Zugang zu allen medizinischen Leistungen offen stehen, ohne Zuzahlungen oder andere besondere Voraussetzungen. Gesundheitsfördernde Lebensbedingungen  für alle Menschen ermöglichen es, der Entstehung von Krankheiten entgegenzuwirken und eine umfassende Versorgung für alle kranken Menschen sicherzustellen. Prävention und Rehabilitation müssen stärker ausgebaut werden, um Pflegebedürftigkeit zu verringern bzw. zu vermeiden.